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Kolumne: Der Casual-Gamer im Wohnzimmerschrank

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Autor: Kevin Jensen & Christian Nork

Kategorie: Kolumnen
Umfang: 1 Seiten

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NintendoDS Artikel vom 30.05.2007


Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg!
Es ist wieder an der Zeit sich im Sofa zu bequemen und über die Quintessenz des Zockens zu sinnieren. Was sind wir, wohin werden wir gehen und was wollen wir eigentlich? (Antwort: 42) Die nächste Generation steckt schon in den Regalen und Claudia Stürmers lauthalse Offenbarung „Mehr Waffen, mehr Feinde, mehr Levels, mehr Details, mehr Wut, mehr Blut…“ trifft zwar zu, aber lockt nur wenige Couchkartoffeln zum Gang in den Elektrofachmarkt des Vertrauens. Denn dort würde man nur eingestaubte Ladenhüter betrachten, die einen tiefen Eingriff in die Geldbörse verlangen, möglichst Freundschaft mit einem HD-TV machen wollen und dann nahezu das gleiche Spielerlebnis wie die Vorgänger bieten. Selbst Analysten schätzen, dass sich das High-Definition-Fehrnsehen erst gegen 2008 wirklich etablieren wird. Und dann kommt Nintendo mit einer Heimkonsole in Edelweiß auf die Idee, das Steuerungskonzept umzukrempeln und das Gerät wird kurzerhand von Sony-Sprecher Dave Karraker als „Impulskauf“ abgestempelt. Doch gibt es eventuell mehr Impulskäufer als man glauben mag? Hat Nintendo nicht schon mit dem Nintendo DS bewiesen, dass es nicht nur auf Grafik und vorgerenderte Videosequenzen ankommt, sondern auf die Spielinhalte? Wohin geht die große Reise der Digitalkunst?

Der Casual-Gamer kommt. Es ist unübersehbarer Fakt. Selbst Opa trainiert seine grauen Zellen mit diversen Gehirntrainern, Mami greift zum digitalen Tennisschläger und das kleine Töchterchen streichelt den Binärdackel hinter der vierten Wand. Was ist mit dem Core-Gamer passiert, hat man ihn ins Abseits manövriert, ist sein Geschmack zu extravagant? Das ständige Geschreie nach „MEHR!“ erreicht langsam die Grenzen. Warum Entwicklungskosten in teuere Beinahfilmstudios verschwenden, wenn man mit einfachen Konzepten die Massen begeistern kann. Die „neue“ Zielgruppe des Gelegenheitsspielers ist doch soooo genügsam. Ein paar Pixel hier, ein spaßiges und intuitives Konzept da und auf einmal offenbart sich das noch unentdeckte Land. Hart umkämpftes Neuland sogar, denn jetzt schon wird der Markt von zahlreichen Titeln überschwemmt, die genau diese Zielgruppe anpeilen. Spiele, die man aufnimmt, anfängt, nicht mehr loslässt und die nach kurzer Zeit dann einfach vorbei sind. Damals haben wir uns darüber noch aufgeregt. Keine komplizierten Mechanismen, die ein ewiges Studieren vom Gleichgewicht der Einheiten, ihrer Stärke und Macht verlangen. Kein teueres Motion-Capturing, keine 100 Milliarden Shader-Operationen pro Sekunde.

Muss der Zocker aus Leidenschaft es nun mit der Angst zu tun bekommen? Getreu dem Motto:“ Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg!“ vor Panik in die Ecke kriechen, mit dem Glauben, dass der böse Gelegenheitstastendrücker/ Wiimoteschwenker nun seiner Konsole die Spiele raubt?
Nein, soweit ist es nicht. Denn die Entwickler können auch nicht auf ihr Zugpferd, den klassischen Digitalsüchtling, verzichten und erweitern einfach ihr Portfolio. Es mag sein, dass die Ressourcen für komplexe Titel damit neu strukturiert werden, denn auch hier schlägt der Kapitalismus zu Buche. Wenn Entwicklungskosten die Verkaufszahlen übersteigen, dann ist es vorbei mit dem Spaß und der verächtliche Tauschbörsenbenutzer arbeitet in dieser Hinsicht schon jeher kontraproduktiv. Über Kurz oder Lang entscheidet der Spieler selbst, was er serviert bekommt, denn Angebot und Nachfrage bestimmen wie gewohnt das Marktgleichgewicht. Aber immerhin ist der Gelegenheitszocker doch nur jemand, der beiläufig spielt. Irgendwann muss auch er gesättigt oder zum Core-Gamertum übergetreten sein. We are the Borg, prepare to be assimilated! Oder etwa nicht? Nichtsdestoweniger ist es auch mal schön, mit Mami und Opa zu spielen.

The Lunchbag of Notredame
Gerade Nintendos DS bekommt von Unternehmen wie Ubi Soft jetzt das Futter, das er verdient. Als PSP und PS3 angekündigt wurden, war der Aufschrei groß und die Gier nach dem schnellen Geld sogar noch größer. Aus diesem Grund setzten viele Entwickler auf das falsche Pferd, was sich im Nachhinein rächte. Europas größtes Softwarehaus mit Zugochsen wie Rayman entschuldigte sich unlängst sogar dafür, dass man zum Start der Wii-Konsole hauptsächlich billige Umsetzungen altbekannter Titel präsentierte. Die Verkaufszahlen sind dementsprechend: Wii-Spieler sind von den Next-Gen-Käufern diejenigen, die am wenigsten zu neuen Titeln greifen und sich mit Wenig zufrieden geben. Aber Achtung, denn die nächste Softwarewelle kommt bestimmt. Der weltgrößte Spielekonzern, Electronic Arts, hat seine Offensive schon bekommen und bestückt Nintendos buckligen Handhelden in Zukunft mit qualitativ hochwertigerer Software, als noch zu Anfangszeiten. Titel wie das exklusive neue Sim City sind da nur der Anfang.

Richtig spannend wird es dann, wenn die Grenzen zwischen Casual Gamern und Hardcore-Fuzzis verwischen. Siehe z.B. das Playstation Portable-Spiel Crush. Dank des innovativen Denkansatzes haben hier beide Parteien ihren Spaß. Gerade Handhelden sind ein beliebtes Jagdrevier für "Spontangamer". Kaum einer, der keine Eltern daheim hat, die den alten Schwarz-Weiß-Game Boy samt Tetris auf der Toilette liegen haben. Oder die nicht zumindest für einige Zeit nach dem Dimm-Dada-Dimm-Dadadam-Dadamdamdamdamdam-Spiel süchtig waren.

Nintendo hat das erkannt und auch Microsoft kommt langsam auf den Trichter, wenn man sich die Erfolgszahlen des Xbox-Marktplatzes anschaut. Ähnlich wie bei der Virtual Console des Wii können hier alte Arcade-Titel gekauft werden, aber auch Neuentwicklungen, die für wenig Geld produziert wurden, um einfach nur Fun zu machen, findet man in dem reichhaltigen Repertoire. Klar, die meist verkauften Spiele sind Klassiker á la Street Fighter oder Castlevania. Trotzdem haben Titel wie Geometry Wars ebenfalls ihre Daseinsberechtigung. Siehe die Umsetzung für Wii und DS.

Uns Portable-Gamern geht es in jedem Fall mehr als ausgezeichnet. Coole Spielideen, geniale Fortsetzungen von bisherigen Erfolgsgames (Dr. Kawashima, die Rückkehr) und INNOVATION (hey, das war mal ein Hasswort!) - das ist es, was uns 2007/2008 erwartet. Natürlich muss man auch einmal das Weihnachtsgeschäft abwarten. Vielleicht schaffen die "Großen" noch die Wende und präsentieren neben neuen Games auch vernünftige Preise für ihre Konsolen. Damit man auch mal eine PS3 per "Impulskauf" einfach so mitnehmen kann.

Kevin Jensen und Christian Nork für das PortableGaming-Netzwerk.
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