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Interview mit Koji Igarashi zu Castlevania: Portrait of Ruin

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Autor: Christian Nork

Kategorie: Interviews
Umfang: 1 Seiten

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NintendoDS Artikel vom 28.08.2006



Dracula is back! Oder doch nicht? Bösewicht Brauner, der sich in dem Schloss seiner Oberscheußlichkeit eingenistet hat, versucht zumindest, den Fürsten der Finsternis wieder zurück zu holen. Klar, dass hier ein mutiger Recke hinzukommen muss, der den ganzen Schlammassel verhindern muss. Wie das im zweiten DS-Castlevania ablaufen soll, erfuhren wir auf der Games Convention direkt aus erster Hand von Entwickler Koji Igarashi und Komponistin Michiru Yamane, die bereits beim Eröffnungskonzert der GC für Aufsehen sorgte.

Das neue Castlevania geht wieder seine eigenen Wege und verlässt die Pfade des in der Zukunft lebenden Soma Cruz, der in den letzten beiden Episoden für GBA und Nintendo DS das Schwert schwang. Koji Igarashi wollte zurück zu den Wurzeln, zurück zu seinem Lieblingscastlevania, Draculas Curse, dem dritten Teil der Serie.
Die Story spielt während des zweiten Weltkrieges, im Jahr 1944: Bösewicht Brauner hat vor, mit Hilfe von zwei bösen Zwillingen und zahlreichen selbstgemalten magischen Porträts, Dracula wieder einmal zum Leben zu erwecken. Da gerade keine Belmonts, die klassischen Helden Castlevanias, zur Stelle sind, geraten der Vampirjäger John Morris und seine Jugendfreundin, die Magierin Charlotte Aulin, in den Schlamassel. Morris, der ein Erbe der magischen Belmont-Peitsche ist, erkennt schnell, was für Mächte hier am Werk sind und nimmt gemeinsam mit Charlotte den Kampf auf. Erzählt wird die Story abermals durch Video-Sequenzen zu Beginn des Spiels. Und: Erstmals führt der Weg dabei nicht nur durch das Schloss, sondern dank der Bilder auch an ganz CV-untypische Gegenden wie einer Wüste oder einem Dorf aus der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Direkte Spieleinflüsse durch den 2. Weltkrieg wird es nicht geben, bestätigte Igarashi. Man werde stattdessen Anleihen bei den Gegnern sehen, wie z.B. große Panzer, die man mit der Peitsche oder magischen Sprüchen beharken muss. Das System der Bilder und ihre Kraft wurden geschaffen, da die Entwickler keine Lust mehr auf das klassische Schloss-System hatten. Trotz der Besinnung auf alte Gameplay-Werte kommen also Neuerungen nicht zu kurz.
Das Seelenfeature aus dem letzten Castlevania-Teil, in dem Soma Cruz als wiedergeborener Dracula die Essenzen seiner Feinde aufnehmen konnte, musste einem erweiterten Item-System weichen, das womöglich sogar über Wifi zum Tausch anregen soll. Apropos Wifi: Ein Multiplayer-Modus ist wie beim Vorgänger vorhanden, diesmal sogar über die Nintendo Wifi-Connection spielbar. Auf kooperativen Multiplayer hat man jedoch verzichtet, statt dessen wird ein Boss-Rush-Modus denjenigen belohnen, der als schnellster einen Level geschafft hat.

Schade eigentlich, denn Portrait of Ruin bietet sich für den Coop-Modus geradezu an: Der Spieler steuert nicht nur John Morris, sondern gleichzeitig auch Charlotte Aulin und kann zwischen den beiden hin und her schalten. Sei es, um mächtige Zauber zu kreieren, oder, um beispielsweise eine Versteinerung zu heilen. Auch Rätsel in den Leveln werden für das Zweifiguren-System ausgelegt: Schalter von Morris umlegen lassen, Aulin springt auf die erscheinende Plattform und legt ihrerseits einen Schalter um - et voilá!

Fans von versteckten Extras können sich freuen: Zahlreiche Bonus-Stages warten darauf, entdeckt zu werden. Ebenso werden sich verschiedene Figuren in den Welten verstecken, unter anderem gibt es ein Wiedersehen mit dem wohl beliebtesten CV-Darsteller, Alucard, dem Sohn des Dracula!
Weichen musste jedoch das Touchscreen-Runen-Features des Vorgängers: Laut Igarashi hat es zwar erstklassig funktioniert, aber auch den Spielfluss behindert. Das Ziehen des Stylus scheint manche Spieler aus dem Tritt gebracht zu haben, weshalb man überlegt, dieses Feature sogar ganz zu streichen.

Musikalisch hat sich Michiru Yamane, die Komponistin von berühmten CV-Teilen wie Symphony of the Night, von klassischer Musik, progressive Rock und Filmmusik inspirieren lassen. Ganz bestimmt auch von ihren Lieblingskomponisten Johann Sebastian Bach, Debussy, Ravell und Stravinsky, wie sie im Interview gestand. Dass Videospiele jemals so erfolgreich sein würden, dass man sogar ein Konzert mit ihrer Musik zum Erfolg führen kann, daran hatte die zierliche Japanerin nicht geglaubt, als sie ihren ersten Castlevania-Titel vertonte. Heute ist sie noch immer davon erstaunt, lässt sich aber gerne von den Klängen alter CV-Titel inspirieren, die sie nicht geschrieben hat. Ein paar bekannte Melodien sollen ihren Weg auch in Portrait of Ruin finden. Ein neuer, junger Komponist, der ihr zur Seite steht, sei eine zusätzliche Quelle der Inspiration.

Doch wie spielt sich der neueste Titel der Reihe? Im Prinzip wie die alten: Einfach genial. Dank der gleichen, aber erweiterten Grafik-Engine des Vorgängers sieht Portrait of Ruin ein weiteres Mal ausgezeichnet aus und wartet mit wunderschön gemalten Hintergründen auf. Igarashi hat noch viel Kreativ-Power für weitere 2D-Abenteuer, und solang ihm diese nicht ausgehen, sieht er die Zukunft der Serie trotz der PS2-Titel in 3D im zweidimensionalen Bereich.
Die Idee, zwei Spielfiguren zu integrieren, ist zwar nicht neu, funktioniert aber erstaunlich gut mit dem klassischen Spielsystem. Im Prinzip vereint das neue Castlevania die Tugenden der letzten Teile miteinander: Morris mit Peitsche und Items, Aulin mit ihrem magischen Schwert und ihren Zaubersprüchen.

Ob sich Igarashi für andere Konsolen wie z.B. die Playstation Portabel interessiere, konnte der Designer nicht klar sagen. Natürlich würde es ihn interessieren, aber derzeit beobachte er den Markt genauer und es wäre ihm wichtig, das möglichst viele Leute seine Spiele spielen können. Daher gibt es auch noch keine Ankündigung eines Next-Gen-Castlevania-Spiels: Igarashi will zunächst abwarten, wie sich der Kampf Playstation 3 gegen Xbox 360 entwickelt. Zum Nintendo Wii hatte er dagegen eine klare Meinung: Ein Castlevania-Spiel wäre viel zu Anstrengend, womöglich könnte man aber Soma Cruz mit seinen Schwertkünsten wieder aus dem Hut ziehen. Doch das sei nur Spekulation und es ist auch nichts in der Art geplant. Trotzdem denkt er natürlich drüber nach. Denn dass er noch viele Ideen hat, das sieht man ihm und seinem verschmitzten Lächeln bei der Antwort an.

Ausblick:
Auch das neueste Castlevania wird mit großer Sicherheit ein Hit. Das Gameplay macht jetzt bereits nach kurzer Zeit süchtig, die Grafik sucht im 2D-Bereich ihresgleichen und viele neue Ideen geben dem leicht angestaubten Spiel moderne Impulse. Wenn sich Konami jetzt noch entschließt, doch einen kooperativen Multiplayer einzubauen, hätten wir den nächsten ganz großen Superhit für den Nintendo DS. Hoffen wir, dass es so kommt. Dracula, wir warten!

Christian Nork für PlanetDS.de
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