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Interview mit Ubisoft zu Might & Magic: Clash of Heroes

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Autor: Kevin Jensen

Kategorie: Interviews
Umfang: 2 Seiten

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NintendoDS Artikel vom 09.08.2009


Deutsch | English


Wir haben uns mit Erwan le Breton, Produzent und Romain de Waubert, Senior-Produzent von Might & Magic: Clash of Heroes unterhalten. Was sie alles zur neuen DS-Umsetzung zu erzählen hatten und welche Geheimnisse sie zu Heroes of Might and Magic VI parat hielten verraten wir euch im Interview.

PlanetDS.de: Kannst du uns etwas mehr über euch und das Team hinter Might and Magic: Clash of Heroes erzählen?

Erwan le Breton: Bevor ich bei Ubisoft angefangen habe, hatte ich ein wenig Erfahrung als Web-Editor von Gameloft gemacht (nicht das heutige „mobile“ Gameloft, aber das ursprüngliche „Online“-Unternehmen. Ich habe dort schon an Fantasy-Spielen gearbeitet, wie beispielsweise EverQuest).

Als ich zu Ubisoft kam, wurde ich ein redaktioneller Berater von Beyond Good & Evil, Prince of Persia, Die Siedler und Heroes of Might & Magic V.

Als Fan der Might & Magic Spiele entschied ich mich 100% der Marke zu widmen. Ich wurde stellvertretender Produzent von Dark Messiah, dann Produzent von Tribes to the East (die zweite Erweiterung von Heroes of Might & Magic V und letztlich Produzent von Might & Magic Clash of Heroes.

Parallel, zwischen 2004 und 2008, habe ich "Ashan" entworfen, das neue Might & Magic-Universum. Ich wurde unterstützt vom einem talentierten Team aus Schreibern und Illustratoren, die sich selbst das „World Bible-Team“ nannten.

Romain de Waubert: Meine erste Anstellung in der Branche war bei DICE als Leitender Entwickler von Battlefield 1942. Dann kam ich zu Ubisoft und wurde Produzent von Dark Messiah und aktuell bin ich Senior Produzent von zahlreichen Spielen, einschließlich Might & Magic: Clash of Heroes.

Als sich die Möglichkeit ergab an einem Might & Magic-Titel zu arbeiten, konnte ich als langer Serienfan einfach nicht widerstehen!

Was Capybara angeht, dem Entwicklerstudio hinter dem kleinen Juwel, handelt es sich um ein talentiertes kanadisches Entwicklerteam, das in Toronto beheimatet ist. Sie sind Spezialisten auf dem Gebiet von mobilen Spielen und hatten schon einige Preise gewonnen, als wir uns mit ihnen zusammengesetzt haben, um ein „Might & Magic-Spiel auf dem Nintendo DS zu konzipieren. Wir hoffen natürlich, dass weitere Awards mit Clash of Heroes hinzukommen.

PlanetDS.de: Könnt ihr uns etwas mehr über das Gameplay erzählen? Was hat Might & Magic: Clash of Heroes, was andere Might & Magic-Titel nicht haben, oder was sind die Hauptunterschiede?

Romain: Clash of Heroes nimmt Elemente aus klassischen Konzepten wie RPGs, Puzzlespielen und Strategietiteln und kombiniert diese zu einer Erfahrung, die sich sowohl bekannt als auch einzigartig anfühlt.

Wenn man in die Schlacht zieht, übernimmt man die Rolle eines Generals, der eine Armee von Menschen, Elfen, Zauberern, Untoten oder Dämonen lenkt und gegen eine feindliche Streitmacht antreten muss.

Wir sind weit davon entfernt Blasen oder Sterne aneinanderzureihen. Versteht mich nicht falsch, ich mag auch Puzzlekonzepte mit Blasen oder Sternchen, aber wir wollen unsere Kampfdarstellung eindeutig nicht runterbrechen oder abstrahieren.

Clash of Heroes handelt auch von einem epischen Abenteuer mit vielen Storytwists und Wendungen, etwas was normale Puzzlespiele nur selten beinhalten. Wir glauben, dass wir ein intensives und einzigartiges Konzept entworfen haben, dass sich für jeden Spielertyp eignet und sie fesselt, egal welche Erfahrungen sie bisher auf diesem Gebiet gemacht haben.
Ich koennte versuchen spezifischer zu sein und die Mechanik zu erklaeren, aber die beste Art Clash of Heroes zu verstehen, ist es selbst zu spielen und es lieben zu lernen.

PlanetDS.de: Warum habt ihr entschieden die DS-Version von Might & Magic zu einer Mischung aus PRG und Puzzelspiel werden zu lassen?

Romain: Unser Gefühl sagte uns, dass die Entscheidung für diese Plattform (Also DS) zu 150% richtig ist. Die Verschmelzung von Puzzle- und Strategieelementen als Kampfmechanik war einer der Schlüsselelemente des Konzepts, das ursprünglich von Capybara entworfen wurde. Wir haben uns sofort darin verliebt!

Das Prinzip macht unglaublich süchtig und bietet so viele Möglichkeiten, dass man sich oft sagt: „Nur noch einen letzten Kampf.“ und man hofft in 10 Minuten fertig zu sein, im Endeffekt findet man sich wieder und war die letzten vier Stunden in Ashan gefangen.

In Sachen RPG-Umgebung wollen wir eine wunderschöne Welt kreieren, an die man glaubt und in ihr leben möchte. Das Knoten-System, zum Beispiel, ermöglicht es die Umgebungen frei zu erkunden, auf eine ganz einfache Art.
Wir haben ein besonderes Augenmerkt auf die Story, die Charaktere und das Abenteuer gelegt und so will man die Schlachten nicht nur aus reiner Unterhaltung am Spielkonzept gewinnen, sondern will auch stets wissen, wie es mit der Story weitergeht, was als nächstes passiert. Es ist wie das „Nur noch eine Seite, dann schalte ich das Licht aus“-Prinzip beim lesen eines spannenden Romans.

Schlussendlich garantieren wir euch, dass ihr weiterspielen wollt. Wir können uns nur nicht entscheiden was mehr Spaß macht: Die Schlachten zu gewinnen, oder die Story aufzuschlüsseln und zu erfahren, was mit den Helden passiert.

PlanetDS.de: Wie plant ihr die Fans der klassischen Might & Magic-Titel zu fesseln?

Erwan le Breton: Da wir selbst Fans sind, waren wir erpicht darauf den „inneren Kern“ der Heroes-Spiele beizubehalten. In vieler Hinsicht, ist Clash of Heroes näher an einem Heroes V dran, als man auf dem ersten Blick erkennen vermag. Probiert das Spiel einfach aus und seht was ich meine. Schlussendlich erkundet man noch immer eine riesige und bezaubernde Fantasy-Welt, sammelt Ressourcen und Artefakte, levelt seine Helden auf, heuert Kreaturen an und zieht mit seinen Armeen in die Schlacht...

Wenngleich Clash of Heroes ein neuartiges Kampfsystem einführt, basierend auf intuitiven und einfach zu erlernenden Puzzlemechaniken, haben wir noch immer die rundenbasierten Elemente der Heroes-Spiele. So kann man so strategisch vorgehen, wie man es selbst für richtig hält. So kann man das Spiel immer noch sehr gediegen spielen, ohne Stress und jederzeit wieder ins Geschehen eintauchen ohne etwas zu verpassen.

PlanetDS.de: In wie weit ist das Spiel in der Might & Magic-Welt verankert? Was können Fans erwarten?

Erwan le Breton: Clash of Heroes spielt in Ashan, der selben Welt die für Heroes V kreiert wurde. Fans werden sich somit sofort heimisch fühlen. Aus so viel Kontext heraus war es ein Leichtes die 5 Fraktionen zu wählen (die Ritter des Himmels, die Elfen von Sylvan, die Zauberer der Akademie, die Untoten von Necropolis und die Dämonen von Inferno) sowie die 40 Kreaturen die im Spiel Platz fanden.

Schlussendlich haben wir eine geschichtliche Kontinuität zwischen Heroes V und Clash of Heroes geschaffen. Ich will nicht zu viel verraten, doch alles geschieht in Ashan, 40 Jahre vor den Kriegen von Königin Isabel und man wird auch auf bekannte Gesichter von Heroes V stoßen. Wie beispielsweise Godric und Markal, als sie noch jung und erpicht waren ihr erstes Abenteuer zu bestreiten. Man wird sogar auf NPC-Charaktere aus Heroes V stoßen, bzw. sie spielen können. Beispiel ist der „Blackstory“ Haven Imerator Alexei, Vater des vom Untergang geweihten Imperators Nicolai.

Das bedeutet aber auch nicht, dass man Hintergrundwissen von Heroes V mitbringen muss, um die Story und die epischen Ereignisse hinter Clash of Heroes verstehen und genießen zu können.

PlanetDS.de: Was plant ihr für die Zukunft? Könnt ihr uns schon etwas verraten?

Erwan le Breton: Ich träume von einer Might & Magic Film-Trilogie, die mit Peter Jackson's Herr der Ringe mithalten kann.

Was was Might & Magic als Videospiel angeht, sind meine Lippen versiegelt! Wenngleich ich einigen cleveren Beobachtern da draußen einen kleinen Blick in die Zukunft nicht verwehren möchte. Wer unser Clash of Heroes Entwicklertagebuch im Videoformat gesehen hat, wird eventuell die neue Frühjahrs-/Sommerkollektion der Might & Magic-Mode gesehen haben.

Ich habe genug verraten! Mein Leben ist in Gefahr!

Romain de Waubert: Ich habe schon oft versucht Ubisoft ein „Battlefield of Might & Magic“-Konzept vorzuschlagen, leider vergeblich. Aber wie Erwan bin ich zu strengster Geheimhaltung verpflichtet. Aber ich gebe euch einen zusätzlichen Hinweis: Ich bin ein solch großer Might & Magic-Fan, dass ich die Zukunft sehr nah an meinem Herzen trage. Ich lasse eure Leser dieses Rätsel lösen.



PlanetDS.de: Was ist eure Meinung zur digitalen Distribution und dem Nintendo DSi? Welche Möglichkeiten und Risiken seht ihre als Entwickler?

Romain de Waubert: Digitale Distribution ist etwas, das uns auch bei unseren regelmäßigen Diskussionen verfolgt. Es bietet viele Vorzüge und wir glauben, dass die Industrie diesen Weg einschlagen wird. Wir veröffentlichen Might & Magic Clash of Heroes als DS-Spiel. Ob man auch eine DSi-Variante anbieten wird, bleibt abzuwarten, wir berücksichtigen es zumindest. Aber hierzu können wir noch keine finale Entscheidung fällen.

Wir haben auch keine Pläne ein Might & Magic-Project als reines Download Content-Paket anzubieten. Fakt ist, dass wir glauben, dass unsere Fans und das Publikum gerne über die normalen Kanäle bedient werden wollen mit schön gestalteten Verpackungen in den Märkten.

PlanetDS.de: Wenn ihr eine finstere Kreatur aus dem Might & Magic-Universum sein müsstet, welche würdet ihr wählen?

Erwan le Breton: In Ashan, der neuen Welt von Might & Magic, halten wir uns eigentlich fern vom klassischen „Gut gegen Böse“-Konzept, dass in den meisten Fantasy-Welten der Randpfeiler schlechthin ist, oder auch gerade in den interaktiven Medien.

Zum Beispiel sind Totenbeschwörer in Ashan keine „verrotteten Kadaverliebhaber, die finstere Magie nutzen und Spaß haben, Leute zu töten sowie Skelette und Zombies wiederbeleben, weil es ihnen... ähm... Freude bereitet oder weil sie in ihrer Kindheit genötigt wurden. Sie sind Mystiker, die die Welt der Lebenden als mangelhaft erachten, kurzlebig und leiderfüllt. Sie bevorzugen es zu sterben und als Vampire wiedergeboren zu werden: unsterblich, perfekt, unveränderlich und ungebunden an den fleischernen Gelüsten, und wissend was jenseits des Ablebens passiert, ohne Angst davor zu haben. Und sie benutzen die Untoten wie der normale Zauberer elementare Kräfte nutzt: Billig, effizient und als gehorsame Diener. Das ist alles.

Sie sind sicherlich nicht freudseelig oder mitfühlend, aber sie sind auch nicht einfach verrückt oder instinktiv Böse.

Das gleiche gilt für Dämonen, Orks, Dunkelfen, etc. Sie alle haben komplexe Motive das zu sein, was sie sind und so zu handeln. Und auch das umgekehrte ist ein Fakt. Erwartet nicht, dass ein Ritter der Himmel, Kreuzritter des Lichts, stets offenherzig, vergebend und gutherzig ist.

Aber diese lange Erklärung beantwortet die eigentliche Frage nicht.

Wenn ich eine der „dunklen“ Kreaturen aus Ashan wählen müsste, würde ich ein Vampir „Death Lord“ oder Dunkelelf „Schattenpriester“ sein wollen. Beide sind mystisch, verschmelzen mit verbotenem Wissen und sind Mächtig auf iihre mysteriöse Weise. Zudem fühle ich mich besser mit einer humanoiden Lebensform, als mit etwas kreaturähnlichem oder einem Monster, wie einer Hydra oder einem Zerberus. Zudem sehen sie recht cool aus und ich hab nichts dagegen mich schwarz anzuziehen und eine düstere Ikone zu sein.

Romain de Waubert: In fast allen Fantasy-Spielen, die ich spiele, bin ich immer den Magiern und den Untoten verschworen. Also wäre ich in Ashan wohl ein Lich, vielleicht nicht ganz so mächtig, aber mit guter Optik.

PlanetDS.de: Gibt es etwas, dass ihr unseren Lesern mitteilen möchtet?

Romain de Waubert: Danke für eure Interesse an Clash of Heroes und das Might & Magic-Universum. Danke an all eure Leser, die unsere Spiele spielen und Freude daran haben. Ihr seid es, die uns helfen unsere Spielequalität stetig zu verbessern.

Erwan le Breton: Es war mir ein Vergnügen mit euch und euren Lesern unsere Leidenschaft zu teilen. Wie ihr seht, ist Might & Magic keine „Arbeit“ sondern eine Liebe zur Sache, die wir an alle Fans da draußen richten und an uns, da wir so viel Glück haben so tolle Spiele in einem fantastischen Universum zu entwickeln.

Das Interview wurde von Kevin Jensen für PlanetDS.de geführt.

Danke an Erwan le Breton und Romain de Waubert für die freundliche Unterstützung.

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