![]() ![]()
Partner:
- NintendoWiiX.net- Nintendocast - ds-x2.com - N-MAG.de - Nintendo Arena League - Testfreaks.de ![]() |
2. Adventsartikel: Das Leben am Ende des Cliffhangers - Ein Epos in 2+ Teilen
zurück
Autor: Tjark Michael Wewetzer Kategorie: Kolumnen Umfang: 1 Seiten Seite 1 Kommentare: Kommentieren (-)
NintendoDS Artikel vom 07.12.2008
![]() Was haben „Sonic Chronicles“, „Mass Effect“, „Assassin’s Creed“, „ShenMue“ und „Viewtiful Joe“ gemeinsam? Auf den ersten Blick scheinbar wenig bis gar nichts. Die Titel sind für verschiedene Plattformen erschienen, gehören keinem gemeinsamen Genre an, präsentieren sich auch vom Setting her komplett unterschiedlich. Doch wer sich besagte Spiele in seine Sammlung geholt oder auch lediglich ausgeliehen und dann durchgespielt hat, der weiß, was sie alle verbindet: Sie sind lediglich der Auftakt verschiedener Reihen, die noch auf ihren abschließenden Nachfolger warten. Es ist ein Trend, der sich mittlerweile groß im Videospiel-Business durchgesetzt zu haben scheint: Immer mehr Produkte erscheinen bereits mit einer oder mehreren Fortsetzungen im Hinterkopf. Das ist an und für sich kein neues Phänomen. Wenn sich ein Titel erfolgreich behaupten kann, dann wird er fortgesetzt. Sei es im „Final Fantasy“-Stil mit einer neuen Welt, neuen Charakteren und neuer Story, oder nach alter „MegaMan“-Tradition, wo bekannte Charaktere mit neuen Situationen konfrontiert werden. Allerdings zeigen sich in letzter Zeit immer mehr Ausnahmen dieser Regel. An dieser Stelle möchte ich noch kurz darauf hinweisen, dass in dieser Kolumne eventuelle Spoiler zu folgenden Titeln vorkommen können, auch wenn auf kein Ende im Detail eingegangen wird: „Golden Sun“, „Assassin’s Creed“, „Prince of Persia: Warrior Within“ und „God of War 2“. Der epische Handheld-Zweiteiler Rollenspielbegeisterte GBA-Besitzer werden sich sicherlich an „Golden Sun“ erinnern. Ein fantastisches RPG mit hervorragender Grafik, einer packenden Geschichte und angenehmen Umfang. Ohne es zu wissen hat der geneigte Zocker allerdings nur die erste Hälfte eines Gesamtpakets erstanden. Nachdem nämlich Isaac und Co. das Entfachen des zweiten Elementar-Leuchtturmes nicht verhindern konnten, machen sie sich mit einem Schiff auf die Suche nach ihren Freunden Jenna und Felix. Anstatt dem Spieler nun aber wieder die Kontrolle zu überlassen, läuft plötzlich der Abspann über den Bildschirm. Mit den ernüchternden Worten „Fortsetzung folgt“ wird unmissverständlich klar gemacht: Um zu erfahren, wie die Geschichte ausgeht, müssen wir mindestens auf den zweiten Teil warten. Dieser sollte gut 1½ Jahre später seinen Weg in die Läden finden. Glücklicherweise blieb es dann auch bei den zwei Teilen. Auch wenn sich Fans nichts sehnlicher wünschen als ein neues „Golden Sun“-Abenteuer - die Geschichte um Isaac, Felix und die anderen Adepten ist zu einem Ende gekommen. Was früher noch eher eine Ausnahme war, scheint heute stark in Mode gekommen zu sein. Immer mehr Videospiele erscheinen als geplante Mehrteiler. Vielleicht hängt das mit dem Trend zum Episoden-Spiel zusammen. Telltales „Sam & Max“-Episoden konnten sich sehr erfolgreich behaupten. So erfolgreich sogar, dass eine zweite Staffel, eine Wii-Umsetzung und ein neues Episoden-Adventure folgte. Fans des Webcomics „Penny Arcade“ werden sicherlich auch mit deren Episoden-Titel „On the Rain-Slick Precipice of Darkness“ vertraut sein. Und nicht zuletzt hätten wir da noch die berühmten „Half-Life 2“-Episoden. Bei diesen Titeln gibt es aber zwei entscheidende Unterschiede zu den eingangs erwähnten Games: Sie spielen mit offenen Karten, werden von vornherein als Mehrteiler angepriesen und sind auch wesentlich günstiger als so manch anderer Vertreter ihrer Zunft.Wer den Rollenspielmarkt der PlayStation 2 im Auge behalten hat, wird hierbei vielleicht an die „.hack“-Reihe denken. In der Rolle eines Spielers mit dem Ingame-Namen Kite schlägt man sich durch eine offline simulierte MMORPG-Landschaft und nimmt es mit einem gefährlichen Virus im Programmcode auf. Allerdings durfte man mit „.hack//INFECTION“ diese Reise nicht zu einem richtigen Abschluss bringen. Gerade als die Story so langsam beginnt in Fahrt zu kommen, wird der Spieler mit einem Abspann auf den nächsten Teil vertröstet - insgesamt drei Nachfolger musste sich der willige Zocker zulegen, wenn er die vollständige Geschichte zu erleben plante. Diese Aufteilung wurde von Kritikern auch entsprechend angekreidet, auch weil die Fortsetzungen keine großartigen Neuerungen boten. Der heimliche Mehrteiler und die verunglückte Trilogie Doch auch bei „.hack“ hätte man vorausahnen können, worauf man sich einlässt. „Part 1“ heißt es schon groß auf der Verpackung von „INFECTION“. Aber nicht jeder Entwickler verrät schon auf der Schachtel, dass der Interessierte sich auch auf ein paar Nachfolger vorzubereiten hat. „Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf“ ist ein gutes Beispiel. Zwar ist der Titel wenigstens freundlich genug, bereits im Handbuch auf eine Fortsetzung hinzuweisen, aber um diese lesen zu können, muss der Kunde ja bereits zugeschlagen haben. Dann wiederum verbirgt sich am Ende wenigstens kein wirklich dramatischer Cliffhanger, wegen dem man jetzt unbedingt sofort den nächsten Teil einlegen würde - anders als bei anderen Kandidaten. „Assassin’s Creed“ ist so ein Fall. Wer dieses Spiel auf den großen Konsolen bzw. dem PC durchgespielt und sich dabei gut unterhalten gefühlt hat, dem wird das Ende leicht sauer aufstoßen. Hier wirft der Schluss nämlich so einige Fragen auf, die in keinster Weise erklärt werden... Stattdessen wird man auch einen Nachfolger hingewiesen, an welchem Ubisoft auch sicherlich zurzeit arbeitet. Klar hat der französische Publisher mit der „Prince of Persia Trilogy“ einen Dreiteiler gekonnt etablieren können, - auch wenn die Reihe zu Beginn nicht als solche geplant war - allerdings kann man doch nicht davon ausgehen, dass es jedes Mal funktioniert, oder? Dafür gibt es natürlich auch das ein oder andere funktionstüchtige Beispiel. Nehmen wir etwa „ShenMue“ für Segas Dreamcast. Auch hier war die Geschichte von Beginn an auf mehrere Teile ausgelegt, über einen zweiten Teil hat es die Reihe allerdings bisher nicht geschafft. Es treten zwar hin und wieder Gerüchte auf, dass ein dritter „ShenMue“-Teil in Arbeit sei, ob er allerdings auch irgendwann mal erscheint, steht noch in den Sternen. Fans des feuerroten Flitzers „Viewtiful Joe“ warten ebenfalls noch auf einen richtigen dritten Teil der Superhelden-Saga, nach der Schließung von Clover Studios scheint dieser jedoch immer unwahrscheinlicher zu werden. ![]() Warum nur einen Nachfolger, wenn man auch zwei haben kann? Natürlich kann auch alles anders laufen. Um noch einmal auf „Prince of Persia: Sands of Time“ zurückzukommen: Das Spiel war zu Beginn als Einzelstück geplant. Das Ende bietet einen schönen Abschluss und es ist keinerlei Erklärung in einer Fortsetzung nötig. Nach dem enormen Erfolg des Erstlings wunderte es aber niemanden, dass Ubisoft einen Nachfolger programmierte. Und wo man schon mal dabei war, hat man allen Anschein nach auch gleich einen dritten Teil mit in Betracht gezogen - anders lässt sich, trotz zweier verschiedener Varianten, die Endsequenz von „Prince of Persia: Warrior Within“ nicht erklären. Und nicht nur der französische Publisher kam auf die gewinnbringende Idee, nicht bloß einen, sondern zwei Sequels auf die Beine zu stellen. Sonys Schnetzel-Epos „God of War“ begann ursprünglich ebenfalls ohne großartige Pläne für weitere Spiele. Da sich der Titel aber dermaßen großer Beliebtheit erfreute, war es nur eine Frage der Zeit, bis „God of War 2“ in den Regalen stand. Nun warten die Sony-Jünger gespannt auf den dritten Teil der Saga, der ihnen schon im Cliffhanger-Ending von „God of War 2“ angekündigt wurde. Das Konzept der ständigen Fortsetzungen ist, wie schon eingangs erwähnt, nichts neues. Erschreckend ist jedoch, dass die Geschichte einiger Spiele von Beginn an auf mehrere Episoden ausgelegt wird. Würden diese vielleicht nur so viel kosten wie die bekannten Episodenspiele der Marke „Sam & Max“ oder „Strong Bad’s Cool Game for Attractive People“, dann wäre man vielleicht auch ein wenig nachsichtiger. Für ein aktuelles Retail-Game legt man im Handheld-Sektor immerhin rund 40 Euro, im Heimkonsolenbereich sogar manchmal bis zu 70 Euro auf die Theke. Und möchte wirklich jeder zu diesem Preis lediglich ein Drittel beziehungsweise die Hälfte eines Ganzen erstehen, ohne darüber im Voraus informiert worden zu sein? Dieser Mehrteiler-Gedanke mag für den ein oder anderen Entwickler durchaus seine Vorteile haben. Die einzelnen Episoden lassen sich schneller veröffentlichen, die kassierten Kritiken können zur Verbesserung der Nachfolger genutzt werden und nicht zuletzt besteht so die Möglichkeit des größeren Verdienstes - ein beachtenswerter Vorteil, wenn man die Kosten der Entwicklung für manch aktuelle Plattform bedenkt. Doch darf man hierbei nicht den Spieler vergessen, der auf diese Weise eine Menge loser Fäden in die Hand gedrückt bekommt, die er erst Jahre später zu einem verständlichen Ganzen zusammennähen darf. Vielleicht mache ich mir auch zu viele Gedanken über die ganze Geschichte. Vielleicht ist dies ein eher kurzlebiger Trend, auch wenn beispielsweise Electronic Arts mit einem Blick auf die Vorbestellungen von „Mirror’s Edge“ ebenfalls auf eine Trilogie hinausspielen wollte. Möglicherweise bleiben die vollständig in einem Teil erzählten Storys in der Überzahl. Bis wir dies allerdings genauer wissen, sollten wir zumindest einen Überblick über die bisherigen losen Fäden behalten, die irgendwann weitergesponnen werden. Wartet mittlerweile auf Fortsetzungen zu zirka sieben verschiedenen Spielen: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetDS.de ANZEIGE:
|