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Animal Crossing: Wild World - Tagebuch

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Autor: Marcus von Lüde

Kategorie: Sonstiges
Umfang: 2 Seiten

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NintendoDS Artikel vom 12.01.2006




Es ist schon ein einzigartiges Spiel, diese Software, die den Namen Animal Crossing trägt. Was ist das eigentlich? Ein Spiel oder irgendein Programm? Nun ja, es macht einen niedlichen Eindruck aber sonst? Warum ist es so erfolgreich? Das Game hat einen seltsamen Sound, komische Grafik, eine bekloppte Story - obwohl, es hat eigentlich keine. In Animal Crossing gibt es auch keine Level und Gegner, keine Waffen und auch kein Blut, warum sollte man sich also als Zocker über 5 für diese „Kindersoftware“ interessieren?
Ganz einfach: Das Spielkonzept und somit auch Animal Crossing: Wild World ist eine der innovativsten, tiefgründigsten und glaubhaftesten Softwareentwicklungen der letzten Jahre und deshalb ist es so erfolgreich aber genaueres zum Gameplay werdet ihr bald in unserer Review lesen können. Das Spiel wurde im Dezember in den USA veröffentlicht und die PlanetDS-Redaktion hat sich natürlich eines der begehrten Exemplare gesichert. Bevor der große Test erscheint, wollen wird allerdings die Vorfreude auf das im März auch hier erscheinende Spiel noch etwas schüren und liefern euch ab jetzt täglich über die nächsten ein, zwei Wochen das große „Animal Crossing: Wild World – Tagebuch“. Bitte nehmt das alles nicht zu ernst, sondern immer mit einem Augenzwinkern ;-) Aber alles was hier geschrieben wird, ist wirklich passiert. Bislang ist bereits viel geschehen – was genau, lest ihr hier. Viel Spaß!

Tag 1: 30.12.05

Heute war es endlich soweit. Nachdem ich das Spiel von der Post abgeholt hatte, wanderte die Cardridge natürlich sofort in meinen DS Schacht. Auf einer sechsstündigen Autofahrt braucht man natürlich etwas Unterhaltung und so fand ich mich im Spiel als eine seltsam gestaltete Mischung aus „Knuddelmensch“ und „Knubbeltier“ wieder, wobei der Fokus glücklicherweise auf dem menschlichen Erbgut lag. Ganz anders sah es da bei meinem Taxifahrer aus, er war eine Mischung aus Mensch, Krokodil und einer Priese Idiot. Er sollte mich in meine Stadt bringen, kannte mich aber nicht und konnte mir ebenfalls den Namen des (wie sich später herausstellen wird) Kuhkaffs nicht nennen. Nun ja, ich teilte mit, dass die Reise doch nach „Meinheim“ gehen soll und ich Marcus heiße. Für mich klingt der Name männlich obwohl er mich daraufhin als "Miss Marcus" ansprach. Nachdem auch dieser Fauxpas seinerseits richtig gestellt war, kam das Taxi auch recht bald am Stadtplatz an. Mein Kaff hat einen langen Strand und einen verzweigten Fluss mit einigen Brücken, der durch die Landschaft fließt – alles prima. Doch wo soll ich wohnen? Glücklicherweise stand schon ein Haus für mich bereit. Es kostete ca. 19.000 Öken oder Sternies, wie es in dem Spiel heißt. Aber wie soll ich das bitte bezahlen? „Glücklicherweise“ gibt es (wie auch im echten Leben) immer einen Sklaventreiber, der in solchen Fällen hilft. Sein Name ist Tom Nook und unterhält den örtlichen Einkaufspalast. Er gab mir einige Botenaufträge; was für eine Schufterei aber dadurch habe ich immerhin meine Nachbarn kennen gelernt – die spinnen die Rö.. ähh Meinheimer, aber mehr dazu später. Nachdem ich einige Muscheln und Korallen verkauft habe, wurde es auch schon 23 Uhr und der „freundliche“ Tom Nook warf mich aus seinem Geschäft raus – na so was, ich denke der Kunde ist König. Generell haben die Bewohner alle sehr unterschiedliche Charaktere, was sich besonders spät nachts zeigt. Die freundliche Bedienung im Stadtamt wirkt sehr genervt: „Was will denn um diese Uhrzeit noch jemand hier, mach aber schnell…“. Das ist Service und die einzige attraktive Frau, Whitney, hält mich für einen Loser. Sie sagt, ich solle mir Mitbewohner suchen.
Das war ein toller Anfang. Der zweite Bewohner, den ich besuchte, war Truffles. Er ist, hmm… sagen wir mal "seltsam" (oder drastischer ausgedrückt: ein schwules Schwein, wobei er dem Tier „Schwein“ nachempfunden ist), immerhin hat er furzende Kissen, Blöcke oder Instrumente (es ist nicht ganz klar, ich will es aber auch nicht wissen) in seinem Haus stehen und trägt Make Up sowie Herzchenklamotten. Nach dem ersten Schock habe ich mich an der Stadttafel erstmal vorgestellt:

-Nachricht Nr.1:„Hallo zusammen, ich bin Marcus“.

etwas später:

-Nachricht Nr.2:“Hallo Alfonso, heute haben wir in unserem Laden viele neue Dinge bekommen, schau doch mal vorbei.

-Nachricht Nr.3:“Kauft Leute, marsch marsch.

Später am Abend fiel mir ein, dass Besucher ja auch in der Lage sind, diese Nachrichten zu lesen, also schreibe ich:

-Nachricht Nr.4: "Mir ist bewusst, dass ich in einem Spiel bin und diese Nachrichten an NPCs sind, die das nie lesen werden. Ich bin nicht verrückt!"

Tag 2: 31.12.05

-Nachricht Nr.5: "Es ist 1.35Uhr am Morgen. Bin ich gefährdet, den Unterschied von Spiel und Wirklichkeit nicht mehr zu erkennen?"

-Nachricht Nr.6: "2.22Uhr am Morgen, habe versucht zu schlafen, geht nicht. Mache mir Gedanken: Tagebuch usw. Habe hohe Erwartungen! Werde ich enttäuscht?"(Jaja, Selbstgespräche sind schon toll und um 2 Uhr auch durchaus normal!)

War es das Schicksal oder einfach nur meine Vergesslichkeit, ein Aufladekabel einzupacken? Jedenfalls sollte kurz darauf das rote Lämpchen meines DS anfangen zu leuchten und ich hörte auf zu spielen, da man in einem dunklen Raum ohne Hintergrundbeleuchtung bekanntermaßen wenig erkennen kann.
Da heute aber ein ganz besonderer Tag, nämlich Silvester, ist, gehe ich das Risiko doch ein und spiele fortan ohne Beleuchtung und Sound. Der Bürgermeister hat eine Silversterparty angekündigt, ein großer Countdown steht vor dem Bürgeramt und die Bäume sind festlich mit Lichterketten geschmückt, es herrscht eine rundum gelungene Atmosphäre, obwohl der Schnee im Spiel nicht unbedingt zu einer Feier im Freien einlud. Dann meldet sich noch so ein komischer Typ, er meint, ich solle mein Haus doch bewerten lassen - nur frage ich mich, was es da zu bewerten gibt - außer dem kleinen Karton und dem Radio ist da nichts mehr, aber gut, ich willigte ein.
Der Countdown zeigt noch genau 11 Stunden 16 Minuten und 32 Sekunden bis 0 Uhr. Mit meiner Schaufel habe ich dann etwas für das kulturelle Rahmenprogramm meines Dorfes getan und Fossilien ausgebuddelt. Die kommen natürlich ins Museum, die Halsabschneider da wollen mir aber nichts dafür bezahlen. Naja, was tut man nicht alles für das allgemeine Wohlbefinden. Mein aktueller Schuldenstand beträgt nur noch 5000 Sternies - juhuu. Irgendwie hat mir die Abfuhr der einzigen weiblichen Gestalt hier in meinem Dorf doch zu schaffen gemacht, deshalb habe ich ihr einen Brief mit Geschenk geschickt. Ich glaube sie mag mich jetzt endlich. Als Dankeschön bekam ich einen neuen Teppich.

Tag 3: 1.1.06

Heute ist der 1.1. 2006 Punkt 0Uhr. Silvesterfeier oder Animal Crossing, eine Frage, die schnell beantwortet sein musste immerhin passiert dieser Moment nur ein Mal im Jahr. Ich entschied mich natürlich für …. Animal Crossing. Die Silvesterfreier war schon am laufen und der Bürgermeister wünschte allen ein frohes neues Jahr. Gleichzeitig flogen die Raketen zum Himmel und der Lichtschein spiegelte sich auf dem Erdboden wider – ein schöner Moment, der leider durch eine schrille Warnung unterbrochen wurde, na toll, der Akku ist fast leer! Nach dem Speichern und der Erkenntnis, dass dieses Spiel viel Akkupower benötigt, warf ich noch einen letzten Blick auf das tolle Feuerwerk im Hintergrund des Startbildschirms und beendete das Spiel für heute.

Tag 4: 2.2.06

Ahh, heute ist ein schöner Tag. Ich habe endlich das nötige Geld zusammengetrieben, um mein Haus abzubezahlen. Nach dem Motto „Bigger is better“ muss natürlich gleich eine neue und vor allem geräumigere Bude her. Morgen soll sie fertig sein. Schade, dass man sein Haus nicht benennen kann, sonst würde ich es „Luigis Mansion“ (würde irgendwie passen, oder?), Playboy Mansion (mit Hintergedanken hehe ;-) oder einfach "Villa Kunterbunt" nennen, aber es geht ja leider nicht. Ich bin mir zwar bewusst, dass meine Stadt sehr schön und beliebt ist, aber irgendwie zieht sie nur komische Vögel an. Es sind drei neue Leute eingezogen, mal sehen wie die sich entwickeln. Zudem ist so ein mysteriöses Zelt auf den Stadtplatz gekommen, keine Ahnung ob ich den per Telefon bestellt habe, jedenfalls komme ich zu dieser ominösen Person nicht rein. Nur Mitglieder mit Passwort haben Zutritt, naja egal, ich kann auch darauf verzichten.
Post ist heute auch eingetrudelt, genauer gesagt zwei Briefe. Einer von meiner Mom (Inhalt geheim) und meine erste Zimmerbewertung – 406 Punkte, das ist unterirdisch schlecht. Eine Sache, die den heutigen Tag aber insgesamt toll beendete war der neuste Spruch am Stadtbrett. Diese geballte Ladung Weisheit, manifestiert in zwei Zeilen handgeschriebenen Textes auf einer Pinnwand, habe ich mein ganzes Leben lang gesucht. Die Nachricht ist anonym, sie kann aber aufgrund dieser konzentrierten Kompetenz nur von mir sein ;-) (aber das tut sie nicht) oder von den Außerirdischen kommen, die mit einem Ufo heute über Meinheim geflogen sind . Die Bewohner meines Dorfes sind zu… sagen wir mal... ach was soll’s, sie sind strunzdumm oder beschäftigen sich mit anderen Dingen. Achtung, wer dieses Originalzitat (und „Message of the Week“) aus dem Spiel hier liest, wird sein Leben überdenken müssen:

“It hurts to think. I try not to. “ (Denkpause) - Mein Kommentar: 100 agree!!

Tag 5: 4.1.06

Mein neues Haus ist heute fertig geworden, aber so viel größer wie erhofft ist es doch nicht. Nun gut, es wird wohl so 50.000 Sternies kosten dachte ich, aber dieser Halsabschneider Nook will unglaubliche 120.000 von mir. Das Teil ist vielleicht um 30% größer geworden – Unverschämtheit! Was soll man machen, jetzt heißt es ran an die Buletten oder in meinem Fall Pfirsiche, denn die wachsen hier im Dorf und lassen sich gut verkaufen. Zusätzlich war heute generell ein Spendiertag, denn zusätzlich zu dem Geld, was ich in der Schneiderei gelassen habe (hab mir einen Anzug designt für besondere Anlässe. Die Sache hat nur einen Haken: Die Klamotten haben keine Vorder- und Rückseite, d.h. die Krawatte sitzt auch auf dem Rücken) gab es noch einige fossile Spenden an das Museum. Zudem hab ich in fröhlicher Stimmung eine Flaschenpost aufs Meer geschickt, die Stimmung war aber schnell wieder hin, als mich so ein komischer Typ dumm von der Seite angesprochen hat.“Ach, du meldest dich auch mal wieder, was machst du denn um 9 Uhr noch hier“(und er? ).

Achja, der/die/das Mann, Frau, Tier (was auch immer in dem roten Zelt war) ist wieder weg. Nachdem ich mir noch einen Freundecode von einem der Hunde am Eingang geholt habe, machte ich den DS schließlich aus – Akku!!

Tag 6: 5.1.06

Tom Nook hatte heute geschlossen – Umbauarbeiten. Naja, war aber ganz gut, so konnte ich mein Geld nicht verprassen und habe stattdessen meine Schulden auf sage und schreibe 112.000 Sternies verringert. Fossilien bringen eben viel Kohle. Weil ich am ersten Tag ja von Whitney so schön betitelt wurde, habe ich mir gedacht, lade ich noch jemanden in mein Haus ein. Nur brachte das nicht viel, weil ich Animal Crossing ja nur alleine spiele. Und überhaupt lag Horst nur faul im Bett, deshalb habe ich ihn wieder rausgeschmissen.
(Ähnlichkeiten mit existierenden Personen sind rein zufällig. Dieser Name wurde frei und ohne Hintergedanken gewählt – es hätte jeden treffen können. Sollte sich jemand in der gerade beschriebenen Person mit Namen und Eigenschaften wieder finden, so sei noch einmal gesagt, dass mit der gerade beschriebenen Person kein Bezug zur Realität herzustellen ist ;-).
Anderes Thema, ich hatte heute wieder Zoff. Da wandert man fröhlich durch die Stadt und spricht die Bewohner an, (es war spät in der Nacht) um seine sozialen Beziehungen aufrecht zu erhalten und bekommt prompt diese Antworten, weil ich angeblich keinen schönen Wanderstil habe:

„Shut up! I´m in a really bad mood right now!“ Nicht sehr nett, oder? Aber das war noch nicht alles.

„Hey…Are you lookin´for a fight? Huh? Are ya? Keep this up and you´ll find one.”

*Hi, Limberg!*

Diese Zitate stammen wohl aus dem Meinheimer Ghetto. Vorher habe ich mich aber einer psychologischen Untersuchung unterzogen. Ich bin ein schüchterner Typ, wurde mir gesagt. Nunja, ein Grund mehr, der für Limbergs Aggressivität spricht. Richtig viel Spaß hat das kurze Wifi-Connection Spiel mit Oliver - auch bekannt als Oliversum- gemacht. Wir haben viele Sachen wie Früchte getauscht und über den DS gechattet. War sehr lustig, danke für die Geschenke.

Tag 7: 6.1.06

Nook´n´Go heißt der neue Laden von Tom Nook. Er ist richtig schick geworden, nicht mehr so eine Bretterbude wie zuvor. Glücklicherweise sind die Preise gleich geblieben, wobei ich glaube, dass die Kosten dafür von meiner Hausrechnung gedeckt werden. Nunja, nichts genaues weiß man nicht, deshalb habe ich gleich 10.000 Sternies zurückgezahlt, denn ich möchte ja bald die neue Ausbaustufe um mein Haus neu und vor allem besser dekorieren zu können – „Pimp my House“ fällt mir dazu ein. Bislang muss die jetzige Unterkunft aber reichen und das scheint sie auch, zumindest mach es Eindruck auf meine Nachbarin, die schon mehrfach erwähnte Whitney. Sie hat einige Wünsche und Probleme. Den Anschein erweckend, Interesse zu haben, hörte ich mir ihre Sorgen und Wünsche an. Was sind die typischen Frauenthemen? Richtig: Mode und Essen wobei letzteres auch nur, wenn zu viel davon konsumiert wurde. So war es auch bei ihr, sie hat sich überfressen und beklagt sich jetzt darüber. Als Dank für meine Geduld bekam ich ein Foto von ihr, es steht jetzt in meinem Haus auf einem schönen kleinen Tisch. Ich glaub sie mag mich immer mehr ;-). In der Zwischenzeit bekam ich einige Antworten auf verschickte Briefe, aber es scheint mich keiner zu verstehen, wenn ich meine Post in deutscher Sprache verfasse. Ein weiterer Online- und Museumsabstecher später war der Tag auch schon vorbei – die Zeit vergeht schnell!

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