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Im Test: Animal Crossing Lösungsbuch

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Autor: Marcus von Lüde

Kategorie: Spiele
Umfang: 1 Seiten

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NintendoDS Artikel vom 18.05.2006

Er ist der Retter in der Not, das Licht am Ende des Tunnels, die Quelle wiederkehrender Motivation und stets zur Stelle! Die Rede ist nicht von einem der gelben Engel, es geht um Spieleberater. Diese mal dicken, mal dünnen Büchlein, welche regelmäßig Seite an Seite und Hand in Hand mit einem neuen, von vielen erwarteten Spiel, in den Regalen der Händler landen. Ihr Zweck ist es, verzweifelten Spielern aus misslichen Lagen zu verhelfen, Hilfe beim Lösen von Rätseln zu geben und alle Geheimnisse zu lüften. Doch was ist, wenn dem zu helfenden Spiel kein Hintergrund, keine Geschichte und kein Ziel zu Grunde liegen? Macht eine solche Hilfe tatsächlich Sinn, was bringt sie und lohnt es sich trotzdem sie zu kaufen? Erfahrt im Folgenden alles über den offiziellen Spieleberater zu Nintendos neustem Meisterwerk „Animal Crossing:Wild World“.

Schon vor einigen Monaten präsentierten wir euch einen ausführlichen Test zu der tierischen Lebenssimulation und bereits damals stellte sich der tägliche Spielablauf alles andere als diffizil, dafür aber als unterschwellig sehr komplex, dar. Unendlich viele Möglichkeiten, Geheimnisse und Ereignisse ließen auf eine gewaltige Masse „Spiel“ unter der Spitze des Eisberges und hinter der bunten Fassade schließen. Fragen wurden aufgeworfen, selbst solche, die der Spieler noch gar nicht kannte. Was hat es mit Tom Nook auf sich, wann kommt diese oder jene Person, die mir wiederum dabei hilft einen begehrten Gegenstand oder einfach mehr Geld zu ergattern? Solche und weitere Fragen möchte der 162-Seitige Berater nun lösen.

Schon die Gestaltung des „Einbands“ verspricht einiges. Alle Geheimnisse, alle Veranstaltungen und ein Katalog aller Gegenstände wecken schon zu Beginn das Interesse jedes Serienfans. Einmal aufgeschlagen springen einem sofort das große Logo sowie das Inhaltsverzeichnis entgegen. Future Press hat das Buch in die folgenden Hauptbereiche untergliedert: „Einführung“, „Gemeinschaftsleben“, „Multiplayer und Wi-Fi“, „individuelles Leben“ und „Komplettliste“.

Die Einführung dient der Begleitung des Spielers in den ersten Minuten und stattet ihn mit dem nötigen Basiswissen rund um die gerade von ihm oder ihr bezogenen Stadt aus. Prinzipiell kann man die ersten Seiten also als eine ausführlichere Bedienungsanweisung verstehen, in der neben Elementen wie der Steuerung und der Wi-Fi Konfiguration für den Online-Multiplayer-Modus des Spiels auch der Einstieg, angefangen bei der obligatorischen Taxifahrt bis hin zu den Menüs und den Schuftereien bei Kollege Nook, alles erklärt wird. Interessant sind etwa die Beispielgesichter, welche man, abhängig von seinem Verhalten im Einführungsgespräch, sein Eigen nennen darf. Schade ist generell im Bezug auf die Charaktererstellung, dass auf genaue Erklärungen, wie man zu welchem Gesicht oder zu welcher Frisur kommt, verzichtet wurde, so dass es anfangs und auch im späteren Verlauf teilweise immer noch dem „Zufall“ überlassen wird, mit welcher Haarpracht man aus dem Frisörsalon entlassen wird.

Abschnitt Zwei beschäftigt sich, wie oben bereits erwähnt mit dem Gemeinschaftsleben und stellt alle wichtigen Orte wie Tom Nook´s Laden, den Schönheitssalon, die Schneiderei und so weiter bis zum Museum und dem Rathaus ausführlich vor. Besonders interessant sind die Beschreibungen der diversen Supermärkte, welche je nach Ausbaustufe unterschiedliche, sowohl in Qualität als auch in Quantität, Waren anbieten. Wie verkauft man möglichst gewinnbringend, was sind Sonderaktionen und wie gelangt man an so viel Geld wie möglich? All das wird hier ausführlich erklärt und dargestellt, so dass selbst bei schwachem Fruchtbestand einiges an Sternies zu verdienen ist. Der Unterpunkt „Aktivitäten im Freien“ stellt, wie es der Titel schon sagt, alle Unternehmungsmöglichkeiten der Frischluftfanatiker dar und gibt Tipps zum Angeln, Schmetterlinge oder Käfer fangen und natürlich zur Gartenpflege. Unkraut gilt als Staatsfeind Nummer 1 der Animal Crossing Welt und muss bekämpft werden. Dazu stehen dem Spieler, wie bereits bekannt, diverse Hilfsmittel zur Verfügung. In diesem Fall eignet sich der Spaten, vor allem in seiner goldenen Ausführung am besten. Wie man ihn und alle weiteren, von Edelmetall umrahmten Werkzeuge ergattert, wird ebenfalls in diesem Zusammenhang beschrieben.

Eines der großen und einzigartigen Spielelemente bei Nintendos Animal Crossing Serie ist die Interaktion mit den Menschen aus seinem Dorf. Jedes Lebewesen hat seinen eigenen, unverwechselbaren Charakter mit unterschiedlichen Verhaltensmustern. Wichtige Lektionen über etwaige Konsequenzen, welche einem während der Kontaktaufnahme mit seinen Nachbarn widerfahren können, werden hier erläutert. Man sollte im Zweifelsfall immer auf die Bedürfnisse und Wünsche der Anderen eingehen um mit allen ein positives Verhältnis aufbauen, denn das führt wiederum zu vielen, teilweise zwar sehr seltsamen aber meist recht brauchbaren Geschenken. A propos Bewohner, die nächsten acht Seiten wurden ausschließlich ihnen gewidmet und zeigen so eindrucksvoll die unglaubliche Vielfalt aller im Spiel implementierten Figuren. Kleine Informationen wie beispielsweise zur Persönlichkeit vermitteln dem Spieler gleich einen Eindruck, doch aussuchen kann man sich seine Nachbarn natürlich nur eingeschränkt.

Das Echtzeitfeature erlaubt es den Entwicklern, Gegebenheiten und Ereignisse rhythmusunabhängig in den Spielverlauf zu implementieren, wodurch einige Vorfälle zufallsbedingt oder nur in einem bestimmten Zeitrahmen vorgegeben, zu bemerken sind. Der offizielle Spieleberater führt alle besonderen Besucher mit ihren Funktionen, Eigenschaften und Erscheinungszeiten auf und bietet darüber hinaus einen relativ großen Kalender, in welchem alle Feiertage und Feste eingezeichnet sind, damit man ja nicht den Angelwettbewerb oder das ach so wichtige Blumenfest vergisst. Auch die versteckten Details, welche nicht die Personen betreffen werden hier offen gelegt.

Der dritte große Abschnitt beschäftigt sich vornehmlich mit den Multiplayer-Möglichkeiten des Spiels und erklärt, ähnlich dem ersten Kapitel alle Vorgänge und Optionen, sowohl on- als auch offline, die das Spiel bietet. Augenmerk wird hierbei wieder speziell auf den Kommunikationsaspekt der Software gelegt, sie wird nicht umsonst von Nintendo als „Communication Game“ bezeichnet. Was sollte man nicht vergessen, wenn man auf Erkundungstour in der wilden weiten Welt ist, worauf muss man achten und was kann man mit seinen Freunden unternehmen? Auch hier bietet der Berater einige interessante Einzelheiten, die man so im Spiel sicherlich nicht entdeckt hätte.

Der wohl wichtigste und die Dauermotivation am stärksten beeinflussende Part des Games, die Gestaltung des individuellen Lebens, nimmt einen besonders großen Bereich des Beraters ein. Mit Animal Crossing wird jeder zu Schwaben und lebt getreu dem Motto „Schaffe, schaffe, Häusle baue“.
Nicht nur äußerlich verändert sich das Domizil des Spielers, je nach freigeschalteter Stufe, auch der Innenraum durchlebt mit der Zeit diverse Veränderungen. Neu gekaufte Gegenstände wollen anfangs natürlich sofort an einer der vier Wände platziert werden. Was hierbei im Hinblick auf die Gesetze der Wohnphilosophie Feng-Shui, welche in etwas abgewandelter Form auch als Feature in Animal Crossing implementiert wurde, zu beachten ist, wird anhand einiger Bespiele, dargelegt. Speziell für Bewertungen durch die „Akademie des schönen Hauses“ hat dies einen großen Einfluss. Sehr lobens- und erwähnenswert sind nun die Beschreibungen über eigene Designs. Auf den folgenden 18 Seiten werden Beispiele für Tapeten, Fußmatten oder Regenschirme gegeben, welche Thematisch jedem Nintendo Fan das Herz aufgehen lassen sollten. Von Mario über Link, Samus oder Pikachu gibt es Designvorlagen für jeden Geschmack, welche dann mit Hilfe des Designbeispiels ins Spiel übertragen werden. An der Tatsache, dass diese Prozedur sehr langwierig und nicht unbedingt leicht ist, kann auch der Spieleberater nichts ändern.

Jäger und Sammler kommen in der wohl umfangreichsten und ausführlichsten Auflistung aller Gegenstände und Items seit langem in einem Spiel auf ihre Kosten. Alle Einrichtungsserien mit Möbeln und Tapeten, dem jeweiligen Preis, der Feng-Shui Farbe, und der Verfügbarkeit findet der Leser genauso wie seitenlange und bebilderte Verzeichnisse zu persönlichen Accessoires wie Regenschirmen, Mützen, Brillen, Perücken aber auch Informationen zu Tieren, Fossilien, Gyroiden, Pflanzen und den Früchten. Seltene, über die Wi-Fi Connection eingespeiste Gegenstände werden natürlich nicht aufgeführt.

Die Aufmachung des Beraters ist durchweg positiv zu bewerten. Ähnlich der Spielvorlage geht es auch hier sehr farbenfroh zur Sache, viele In-Game Bilder und Artworks verbessern den ohnehin schon guten Gesamteindruck zusätzlich. Der Seitenaufbau ist gut gegliedert, übersichtlich und toll illustriert gestaltet, so dass man sich schnell zu Recht findet. Sachverhalte werden gut erklärt und helfen einem bei Angelegenheiten, von deren Existenz man zuvor noch gar nicht wusste.

Fazit:
Benötigt man den offiziellen Spieleberater um bei Animal Crossing: Wild World Spaß zu haben und das Spiel an sich zu verstehen? Die Antwort ist sicherlich „nein“, dennoch sollten Fans und all diejenigen, welche sich mit dieser Materie genauer beschäftigen möchten, einen Blick riskieren. Die schöne Aufmachung und der alle Themen abhandelnde Inhalt bieten für den Preis von 14,99€ einen guten Gegenwert. Schade ist jedoch, dass die Gliederung in sich teilweise etwas diffus ist und man oft Stellen findet bei denen wiederum auf andere Seiten verwiesen wird. Auch die Tatsache, dass an einigen Abschnitten nicht ausreichend tief in die Materie eingedrungen wird stört leicht, vor Allem mit Alternativen wie dem Internet. Welche Antworten man geben muss um eine bestimmte Frisur zu bekommen oder Vorlagen für den „Town Tune“ sucht man vergebens. Insgesamt gelungen, und absolut ausreichend, wenn auch noch an einigen wenigen Stellen ausbaufähig.

Marcus von Lüde (ProContraGamer) für PlanetDS.de

Vielen Dank an Future-Press für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Beispielseiten findet man hier: Seitenauszug 1, Seitenauszug 2
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